Sprich zur Hand, …

Kommentare sind ein beliebtes Mittel, um seiner Leserschaft die Möglichkeit zu geben, sich mitzuteilen. Je nach Publikum kann dies mal angenehm, mal weniger angenehm sein. Falls man nun aber keine Zeit/Lust/Nerven hat, die Kommentare zu moderieren oder moderieren zu lassen, simuliert man die Kommentarfunktion nur.

Echo Kammer
https://github.com/tessalt/echo-chamber-js/blob/master/readme.md

Der Nutzer bekommt das Kommentarformular angeboten und kann dort auch seine Ergüsse niederschreiben. Ihm wird sein Kommentar auch angezeigt. Allen anderen jedoch nicht. Dies liegt daran, dass die „Kommentardatenbank“ nur lokal beim jeweiligen Kommentator liegt. Irgendwie lustig, aber andererseits kann man die Kommentarfunktion auch deaktivieren, wenn man eh keinen Wert drauf legt. Das ist jedenfalls ehrlicher als seine Leser zu verarschen… mal ausgenommen die SPAM-Bots.

Nordholz – die Perle an der Nordsee

Werbeartikel der Gemeinde Wurster Nordseeküste

 

Die erste Spalte ist ja noch ok, aber der Rest ist ein bisschen zu dick aufgetragen,

„Herausragend am Seedeich ist der Kutterhafen…“

Naja, Kutterhäfen gibt es überall an der Küste und bestimmt auch schönere. Die kleine Schlickkuhle nun als „herausragend“ zu bezeichnen, setzt den ganzen Ort herab.

„… besten Blick auf die Nordsee…“

Von jedem Nordseedeich aus kann ich auf die Nordsee gucken. Für gewöhnlich ist und bleibt dieser Blick sogar unverbaut.

„Sehenswert in Nordholz ist die neuerbaute ev . luth. Kirche in ungewöhnlicher, aber sehr ansprechender Form.“

Netter als die alte Kirche ist die neue schon, aber wirklich ungewöhnlich?

„Entlang der Innendeichs[sic] verlaufenden Straße gibt es auch verschiedene urige gastronomische Betriebe.“

„urig“   Ja, das ist schon mal gar nicht so schlecht. Allerdings ist es nun schwerer geworden, einen dieser urigen Betriebe zu finden, denn sie sind nun alle in Nordholz Wurster Nordseeküste hinter’m Deich. Warum die Post es angeblich nicht hingekommt, die einzelnen Orte weiterhin mit Post zu beliefern und darauf beharrt, alles müsse ein Ort sein, bleibt mir ein Rätsel.

Aber immerhin wird Nordholz als Schlafplatz für Cuxhaven erwähnt :)

Auch die umrahmenden Werbeanzeigen sind mit viel BEdacht platziert worden.
Ein Ort ohne Dönerbude ist unvollständig. Einen 1&1 Shop braucht auch jeder Kurort (kaputtes Handy wär ’ne Katastrofe). Der Immobilienmakler vermittelt den betuchten Urlaubern ihren Altensitz. Die Werkstatt repariert die liegenbegliebene Familienkutsche. Und beim Elektrofachhändler kann der Urlauber Batterien kaufen.

Nur gut, dass alles in trockenen Tüchern ist.

Ein warmer Tag im Wald

Am heutigen Samstag waren wir mit der Hundeschule im Wald. Auf der Lichtung, auf der wir trainiert haben, war es sehr warm :-)


Balou und Bounty


Ein aufmerksamer Bounty


Balou kurz vor seiner Übung


Balou und Bount auf einem Stamm


Balou balanciert

Werkstatt

Am letzten Wochende haben wir den „Müllraum“ aufgeräumt. Den ganzen alten Kram, den uns der Vorbesitzer netter weise überlassen hat, haben wir aus dem Raum rausgeräumt und auf die Terrasse gestellt. So viel Müll passte in den Raum? Nachdem dann alles rausgeräumt war, machte der Raum einen viel größeren Eindruck. An der einen Wand der „neue“ Werkstatt sind dann die alten Hängeschränke (auch Vorbesitzer) aus dem Hauswirtschaftsraum gekommen. Danach sind dann etliche Bügel und Haken an die Wand geschraubt worden. Jetzt fehlen nur noch ein paar Steckdosen in der Nähe der neuen Arbeitsplatte.

Alte Computerspiele

Letztens habe ich einen Beitrag zu ultima 3 auf G+ gelesen und mich daran erinnert, dass ich auch noch ein originales Ultima 5 mit allem drum und dran liegen habe.

Sogar meine alten Notizen, die ich vor über 20 Jahren gemacht habe, sind noch vorhanden :-)
Jetzt muss ich nur noch den Amiga wieder reaktivieren.

Politik – nur Ärger – der Bebauungsplan

Ich geh wählen, damit ich mich nicht groß mit Politik auseinander setzen muss.

Nur leider macht die Politik nicht immer das, was ich mir wünsche. Im gewissen Maße bin ich da auch flexibel. Aber manchmal kommt der Punkt, da kann man nicht mehr ruhig sein.

Hier in Nordholz, … ach ne, das heißt ja nun Wurster Nordseeküste (auch son Mist, den die Politik verbock hat), ist die Marine noch gut vertreten. Unter anderem gab es hier im Ortskern ein Krankenhaus. Die Sanitäter sind aber nun direkt zum nahegelegenen Flugplatz gezogen. Seit dem ist das Gelände ungenutzt. Auf diesem Gelände, Führungsbereich genannt, befinden sich noch drei denkmalgeschütze Gebäude von (ca.) 1900. Hübsche weiße Häuser mit rotem Dach. So fast Versaille in klein.

Hier gibt es ein schönes Bild von dem Führungsbereich

Die „neuen“ 60er-jahre Bauten sollen abgerissen werden. Soweit in Ordnung. Eine in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie hat schöne Alternativnutzungen aufgezeigt. Auf jeden Fall wurde sich klar gegen eine Nutzung für Discounter ausgesprochen. Hier im Ort sind bereits Lidl, Aldi und Sky vorhanden. Ein Penny war auch mal da, dieser musste jedoch aufgeben. Letzten Herbst wurde dann auf einmal bekannt gegeben, dass ten Brinke den Bereich gekauft hat und dort Disconter angesiedelt werden sollen.

Ah ja…

Sky und Aldi wollen von ihren alten 600 m entfernten Standort in den Fürhungsbereich ziehen. Sie hinterlassen dann eine riesige leer stehende Fläche mit leerstehenden Gebäuden. Grund für den Wechsel ist, dass die Märkte sich vergrößern wollen. Dabei ist am alten Standort noch genug Platz vorhanden. Hingegen ist am neuen Standort eine Erweiterung nach dem Bau nicht mehr möglich. Im Großen und Ganzen ist das gaplante Projekt ein Schandfleck für den Ort. Zusätzlich kommt auch noch eine nicht unbeträchtliche Lärmbelastung und ein stark steigendes Unfallrisiko für die angrenzende Straße hinzu. Bis heute hatten die Bürger Zeit, sich gegen den ausgelegten Bebeuungsplan auszusprechen.

Hier mein Text. Andere Bürger haben teilweise 11 Seiten geschrieben. Ich wollte mich aber auf das Wesentliche beschränken.

Marcus Klütmann – Feuerweg 7 – 27639 Wurster Nordseeküste

Gemeinde Wurster Nordseeküste
Westerbüttel 13
27639 Wurster Nordseeküste

Sehr geehrte Damen und Herren,
gegen den B-Plan Nr. 52 „Ehemaliger Führungsbereich“ möchte ich meine Bedenken zum Ausdruck bringen.
Thema Denkmalschutz
Bisher sind keine Pläne vorgelegt worden, die eine weitere Nutzung der denkmalgeschützen Gebäudeteile darlegen. Aussagen wie, „es wird nach Nutzern gesucht“ können hier nicht gelten, da vor allem die Intensität der Suche offen bleibt.
Auch ist der bisherige Investor ten Brinke nicht dafür bekannt, denkmalgeschütze Gebäude zu erhalten. So ist dies zum Beispiel gerade auf Fehmarn zu sehen, wo am Südstrand ein denkmalgeschütztes Gebäude (Haus des Gastes) verfallen lassen wird. Im Jahre 2010 wurde geplant, am Südstrand ein Hotelresort zu bauen. Seit dem ist nichts passiert und der ehemals schöne Südstrand verfällt zur Schutthalde.
Ich befürchte in dem hier vorliegenden Fall, dass zwar die neuen Supermärkte, der Parkplatz und die Antennenanlage gebaut werden, die Nutzung der denkmalgeschützten Gebäude bis auf ein paar Alibiverträgen ruhen gelassen wird. Da sich die Gebäude dann nicht wirtschaftlich tragen, wird der Betreiber der denkmalgeschützten Gebäude wegen nichtwirtschaftlichkeit den Denkmalschutzauftrag an die Gemeinde zurück geben. Diese (oder die dafür zuständige Denkmalschutzbehörde) wird dann wegen knapper Kassen einem Abriss zustimmen.
Thema Vergrößerung der aktuellen Nutzungsflächen der Supermärkte (Aldi, Sky)
Beide Märkte könnten durch Anbaumaßnahmen ihre Verkaufsfläche vergrößern. Fläche ist vorhanden. Die „Drohung“ von Aldi, Nordholz ganz den Rücken zuzukehren, wenn der Umzug in den Führungsbereich nicht gestattet wird, kann doch getrost ignoriert werden. In Altenwalde hat Aldi bereits seine Pforten geschlossen. Wenn nun auch der Standort in Nordholz aufgegeben werden sollte, werden entweder Penny (wieder) oder Netto nach Nordholz kommen und sich in das gemacht Nest setzen.

Thema Lärmschutzgutachten
Dieses wurde beim Flächennutzungsplan zu spät ausgelegt und erst nachträglich, nachdem die Gemeinde darauf aufmerksam gemacht wurde, den bereits ausliegenden Dokumenten still und heimlich hinzugefügt.
In dem Lärmschutzgutachten steht geschrieben, dass von keiner großen Mehrbelastung durch eine erhöhte Geräusch-Emission zu rechnen ist.
Erstens wird sich der Verkehr etwas im Feuerweg erhöhen, was den Lärm durch Autos schon vergrößert.
Zweitens wird es anlieferungsverkehr geben. Anlieferungen sind zwar zeitlich sehr beschränkt, aber wenn ein Fahrer mit seinem Kühllaster morgens um 4 Uhr ankommt, da er das letzte Stück gut durchgekommen ist, wird er eben die nächsten Stunden mit laufendem Kühlaggregat vor dem zu beliefernden Markt stehen und warten. Aus leidlicher eigener Erfahrung kann ich berichten, dass so ein Kühlaggregat auch noch in größerer Entfernung sehr störend ist. Gerade nachts macht sich das Scheppern und Brummen stark bemerkbar. Im Sommer dann bei offenem Fenster schlafen, wird dann unmöglich, was zusätzlich die Gesundheit der umliegenden Anwohner schadet. Aber auch bei geschlossenen Fenstern dringt das Brummen durch das Haus. Es muss nicht unbedingt einmal ein Kühllaster sein, der noch mit am lautesten ist. Ein normaler Lastzug mit nicht gekühlten Waren reicht auch schon. Da die großen Motoren dieses durchdringende Brummen erzeugen.
Drittens haben Supermärkte eine Pressanlage, um ihren Müll zu kompakten. Diese Pressanlagen werden nicht Richtung Parkplatz aufgebaut sein, sondern befinden sich seitlich oder an der Rückseite der Märkte. Da die Rückseite der Märke aber Richtung Wohnhäuser zeigt, wird auch hier eine erhebliche Lärmbelastung stattfinden.
Viertens haben Supermärke, ebenfalls wie die anliefernden Kühllaster, eine Kühlanlage. Die Wärmetauscher samt Lüftung und Kompressor-Pumpen stehen auf dem Dach oder der Rückseite der Gebäude. Der Lärm strahlt auch hier wieder direkt auf die Wohnhäuser. Diese Anlage kann nicht Schallisoliert werden, da dies dann die Kühlleistung zu sehr beeinträchtigt. Es gibt zwar auch leisere Kühlanlagen, diese müssen jedoch öfter und kostenintensiver gewartet werden. Der Supermarkt wird mit dem Hinweis auf die Wirtschaftlichkeit sicherlich die Standardgeräte nutzen.
Es hat für mich den Anschein, als hatte das Lärmschutzgutachten einige Tatsachen außer Acht gelassen. Meine praktischen Erfahrungen decken sich in keinster Weise mit dem Gutachten. Was nützt die Theorie, wenn die Praxis ganz anders aussieht?

Verkehrsplanung
Direkt am Führungsbereich liegt der Bahnübergang. Mindestens alle halbe Stunde fährt hier ein Zug durch. Ab und an wird dieser halbstunden Takt durch einen langen Güterzug unterbrochen. Lange Rückstaus ergeben sich schon teilweise jetzt. Das Ausfahren aus dem Führungsbereich kann zeitweise sehr schwierig sein. Gerade das Linksabbiegen dauert sehr lange, unter Umständen sogar das Rechtsabbiegen. Diese Information stammt noch aus der Zeit als der Führungsbereich aktiv war und die Fahrer minutenlang versuchten das Gelände zu verlassen. Es ist also kein Dahergerede, sondern beruht auf praktischen Erfahrungen. Nach und vor einer Zugdurchfahrt können die Kunden den Parkplatz nicht nach Links verlassen. Hier wird sich alleine auf dem Parkplatz schon ein Stau bilden, der sich durch die beengten Verhältnisse nur sehr langsam wieder auflöst. Schlimmer noch, wenn Stau auf dem Parkplatz ist und nach einer Zugdurchfahrt aus Richtung Schranke eine Kolonne Autos auf dem Parkplatz abbiegen wollen. Diese können dann nicht auf den Parkplatz fahren und es staut sich sofort bis über den Bahnübergang hinaus. Hier ist ein enormes Unfallpotential vorhanden.
Hinzu kommen hier noch die Schulkinder, die den Forstweg als Schulweg nutzen.

Attraktivität
Platzmäßig müssen die Rückseiten der neuen Märkte Richtung Feuerweg und Forstweg zeigen. Dies zeigt sich dem vorbeifahrenden Besucher als schnöde lange Mauer. Von den schönen Gebäuden wird nichts mehr zu sehen sein.
Es entsteht auch schon wieder mehr Leerstand. Nicht nur, dass bei Lidl zwei Gebäude leer stehen und das Zepelinzenter auch nur halb genutzt wird, werden in den alten Sky und Aldi Gebäuden auch Leerstand herrschen. Es wurde bisher kein nachhaltiger Nachnutzungsplan bekannt gegeben.
Das neue Zentrum des Ortsteiles Nordholz wird keinen Mehrwert haben. Bereits vorhandene Märke ziehen einfach nur um und hinterlassen wieder Leerstand. Dem noch ausbaufähigen Tourismus täte eine andere Nutzung des Führungsbereiches ebenfalls eher gut.

Schlusswort:
Bei einer Bürgerbefragung wurde uns von dem ehemaligen Bürgermeister an den Kopf geworfen, warum wir uns dann nicht eher gegen das Projekt gewendet haben. Hierzu kann ich nur sagen, dass die ursprüngliche Planung von Discountern ausdrücklich abgeraten hat. Die angedachten Nutzungsmöglichkeiten waren für mich in Ordnung. Erst als der Öffentlichkeit bekannt gemacht wurde, dass nun doch Discounter in den Führungsbereich sollen, konnten sich die Bürger wehren. Ich fühle mich hier als Bürger sehr getäuscht!

Bitte überdenken Sie ihre Entscheidung gut.
Schöne Grüße,

Marcus Klütmann

Seit diesem Jahr ist ein neuer Rat gewählt. Hoffentlich ist dieser ein bisschen integrer als der Alte, bei dem schon vor Vertragabschluss mit ten Brinke laut des damaligen Bürgermeisters schon alles „in trockenen Tüchern“ war.

So fühle ich mich..